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Colombo, Sri Lanka

Wanniyala-Aetto oder "Waldmenschen": so nannten sich die ersten Einwohner des heutigen Sri Lanka. Es handelt sich um astraloide Jäger und Sammler, die vor ca. 18.000 Jahren die Waldgebiete im Landesinneren bevölkerten. Es wird geschätzt, dass noch heute ein paar Hundert oder höchstens ein paar Tausend von ihnen in den Wäldern leben; sie sind jedoch durch die Integration mit dem Rest der Bevölkerung im Verschwinden begriffen.
Den "Waldmenschen", auch Veddah genannt, folgten die Singhalesen, welche die buddhistischen Reiche Anuradhapura (von 200 v.Chr. bis 1000 n.Chr.) und Polonnaruwa (1070 - 1200 n.Chr.). gründeten. Zu den Singhalesen gesellte sich der Stamm der Tamilen. Das Zusammenleben der beiden Völker im Laufe der Jahrhunderte war teils friedlich, teils kriegerisch, mit von beiden Seiten ausgehenden Invasionen und Zusammenschlüssen.
Mit dem 16. Jahrhundert und der Kolonialzeit kamen zuerst die Portugiesen, dann die Holländer (17. Jahrhundert) und schließlich die Engländer, die sich von 1802 bis 1948, dem Jahr, in dem die Insel unabhängig wurde, hier niederließen. Sri Lanka war in der Vergangenheit unter verschiedenen Namen bekannt: Lanka und Lankadeepa (aus dem Sanskrit: "strahlendes Land"), Serendib (ebenfalls aus dem Sanskrit) und Selan, bis es in der Kolonialzeit den Namen Ceylon erhielt: seit 1972 lautet der offizielle Name des Landes: Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka.
Wegen seiner besonderen Form und der Nähe der indischen Küste wird die Insel auch "Träne Indiens" genannt. 2001 wurde das Parlament von Colombo nach Sri Jayawardenepura Kotte (115.826 Einwohner) verlegt, das damit zur Hauptstadt Sri Lankas wurde.
Colombo ist dennoch die wichtigste Stadt, Hauptstadt der Wirtschaft und des Handels, geblieben. Die Stadt, die einst als "Kolam" bekannt war, was sich aus dem singhalesischen Kola-amba-thota ("Mango-Hafen") ableitet, änderte in Folge der Kolonialisierung durch Portugal zu Ehren des Entdeckers Christoph Kolumbus ihren Namen in Colombo.
Die an der Mündung des Flusses Kelani gelegene Stadt hat rund 740.000 Einwohner, auch wenn ihr Einzugsgebietgebiet heute mehr als 2 Millionen zählt und sie die bevölkerungsreichste Stadt des Landes mit dessen wichtigstem Hafen ist. Dank des Baus dieses Hafens - bereits 1870 durch die Engländer -, entwickelte sich die Stadt auch auf industrieller Ebene: chemische und petrochemische Chemie, Textilherstellung, Glas- und Zementindustrie sind die wichtigsten Industriezweige, zu denen noch die Herstellung von Leder, Möbeln und Schmuck kommt.
Colombo ist eine chaotische, verkehrsreiche, äußerst lebhafte Stadt: hier trifft man all jene Ethnien und Religionen an, die sie zu einer multikulturellen Stadt gemacht haben. Die singhalesische Ethnie ist jedoch vorherrschend, und die Religion der Singhalesen ist der Buddhismus: aus diesem Grund finden sich hier zahlreiche buddhistische Tempel, von denen wir an dieser Stelle den Tempel Gangarama mit seinen unzähligen Statuen und den Kelaniya Raja Maha Vihara, der mehrfach zerstört und wieder aufgebaut wurde, nennen wollen.
Die Ethnie Tamil hat mit ihren vielen Hindu-Tempeln, den sogenannten Kovils, die Architektur der Stadt maßgeblich beeinflusst. Der Tempel Kathiresan ist dem Kriegsgott Skanda geweiht, während der Tempel Sri Kailasanathar Swami Devasthanam, der sich in der Nähe des Bahnhofs von Fort befindet, einer der ältesten Hindu-Tempel ist. Er ist der Göttin Shiva und dem Gott Ganesh gewidmet. Aber auch die westliche Kultur ist hier gegenwärtig: der Empfangssaal des holländischen Gouverneurs wurde zu diesem Zwecke bis 1804 genutzt ? dann wurde dieser Bau in die St.-Peters-Kirche umgewandelt.
 Das Dutch Period Museum war dagegen ursprünglich das Haus des Gouverneurs Thomas van Rhee (1692-1697) und dient heute als Museum mit historischen Schriftstücken und Funden aus der holländischen Kolonialzeit. Und nicht zuletzt gibt es in Colombo auch eine kleine islamische Gemeinschaft, die sich vermutlich aus arabischen und indischen Händlern entwickelt hat, welche hier bereits um das Jahr 1000 herum Handel trieben.
Das Leben dieser Gemeinschaft pulsiert um die Moschee Jami-ul Alfar. Um einen vollständigen Eindruck von der Stadt zu vermitteln, dürfen wir natürlich weder das Viertel Fort im Norden - hier befinden sich der Uhrenturm, der Wohnsitz des Präsidenten (von den Traditionalisten auch "Queen's House" genannt) und einige Kolonialbauten ? noch das Viertel Pettah, das im Grunde ein einziger riesiger Bazar ist, vergessen zu erwähnen.
Typisch für Pettah ist das nach Straßenzügen gegliederte Warenangebot: Sea Street ist das Viertel der Goldschmiede, in der Prince Street gibt es vor allem Spiegel und Glas, in der Malwatte Avenue werden Kassetten mit einheimischer und englischer Musik verkauft ?