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Gdingen/Danzig, Polen

Danzig hat zwei Gesichter: das eines reichen Hafens und aktiven Industriezentrums im Norden Polens auf der einen Seite und das einer antiken, kulturgeprägten Stadt auf der anderen. Die Geschichte der Stadt ist gleichermaßen unglaublich wie abenteuerlich. Zwischen 997 und 1150 durchlebt Danzig ein reiches und blühendes Zeitalter, in der die Stadt zur Hauptstadt von Pommern wurde. Am Ende des 13. Jh. wurde sie polnisch, um sich nur wenige Jahre später dem Deutschen Orden zu unterwerfen. In der Mitte des 15. Jh. akzeptiert das inzwischen wieder unabhängige Danzig die polnische Protektion, und duldet ihre Beeinflussungen fast drei Jahrhunderte lang. Als 1814 die napoleonische Herrschaft endet, kehrt die Stadt nach Preußen zurück, und wird 1919 vom Versailler Vertrag zur Freien Stadt mit eigener Verwaltung und Regierung erklärt. Der Hafen der Stadt war für das Deutschland des Dritten Reiches von immensem Interesse, weil er einen privilegierten Zugang zur Ostsee ermöglichte. Die wahre Tragödie der Stadt begann mit dem Einmarsch der deutschen Truppen und Panzer in Danzig, dem auslösenden Ereignis für den Zweiten Weltkrieg. Durch die Bombardierungen erst der Deutschen, dann der Alliierten, besonders von Seiten der Russen fast vollständig zerstört, wurde die Stadt am Ende des Krieges Polen zurückgegeben. Der Hafen war fast unbrauchbar, genau wie die anderen, von den Angriffen stark beschädigten Infrastrukturen. Die Stadt brauchte fast zwanzig Jahre, um die kommerziellen und maritimen Aktivitäten wieder aufzubauen, die Danzig einst zu einer der reichsten Städte Europas gemacht hatten. Die Bewohner der Stadt fühlen sich den Traditionen eng verbunden und setzen alles daran, Danzig genau so wieder aufzubauen, wie es sich vor der Tragödie des Zweiten Weltkriegs zeigte und genau deshalb ist das Stadtzentrum so bewundernswert. Besonders in den Straßen Dluga und Dlugi Targ wurden die prächtigsten Paläste, in denen früher reiche Aristokraten und mächtige Kaufleute lebten, in faszinierender Weise erhalten. Sehr eindrucksvoll ist die Brama Wyzynna, das hohe Stadttor, das wohl schon immer als Hauptzugang zur Stadt diente: hier bietet sich dem Besucher die Königsstraße in ihrer ganzen Pracht dar. Das Geschichtsmuseum in der Dlugastraße diente einst als Rathaus und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg neu errichtet. Von seinem Turm aus kann man einen atemberaubenden Blick auf die ganze Stadt genießen. Die Polen, strenggläubige Katholiken, haben der Stadt eine Reihe von herausragenden religiösen Kunstwerken geschenkt, wie zum Beispiel die Marienkirche, eine der wichtigsten christlichen Pilgerstätten des Landes. Den Zahlen nach zu urteilen, ist es auch die größte christliche Kirche, die jemals aus Ziegelsteinen gemauert wurde. Ihre Fertigstellung zog sich mit konstanten und kontinuierlichen Finanzspritzen von privaten Mäzenen und den katholischen Händlern der Stadt, über 150 Jahre hinweg und konnte erst 1502 abgeschlossen werden. Es handelt sich um einen kolossalen, aber doch in sich harmonischen Bau. Die Königliche Kappelle, einzige Vertreterin des Barockzeitalters in Danzig und die Oliwa-Kathedrale mit ihren riesigen Orgelpfeifen, von den Zisterziensern im 12. Jh. errichtet, sind zwei weitere, bei der Bevölkerung beliebte Gotteshäuser. Ein herausragender Renaissancebau ist die Zlota Kamieniczka, der goldene Palast, der vollständig mit goldfarbenen Friesen und Vorsprüngen dekoriert ist. Die Polen lieben die einfache und unkomplizierte Küche: an Fleisch und "Armeleute-Gemüse" wie Wirsing, Kohl und Kartoffeln wird nicht gespart. Für Suppenfans empfehlen wir die Sauerbrotsuppe, die Kohlsuppe, die Lebersuppe und die Suppe mit Bier und Frischkäse. Ganz typisch ist der Barszcz, eine Brühe aus Roter Bete mit Lammfleisch und Pfeffer. Wildbret nimmt in der polnischen Küche einen wichtigen Platz ein. Hirsch oder Wildschwein werden als Braten oder Goulasch zubereitet. Doch es gibt auch besondere Rezepte aus Bären- oder Elchfleisch. Ganz bekannt ist die Golonka, Schweinshaxe mit Kräutern und Gemüse gebraten. Für einen Imbiss am Mittag begibt man sich am besten in die nächste Kawiarnie, eine Art Gasthaus, die im Sommer ihre Tische auf die Bürgersteige stellen und wo man sich gerne auf einen Plausch trifft. Für Süßmäuler empfehlen wir den Sernik, eine Torte aus Orangen und Käse sowie die allgegenwärtige Babaka, die weiche Süßspeise aus Mehl, Milch, Butter, Rosinen und Mandeln, die in tausend verschiedenen Versionen zubereitet wird.