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Gibraltar, Großbritannien

Die Säulen des Herkules bildeten damals das Ende der bekannten Welt. Die damalige Beschreibung der Landzunge, die Europa von Afrika trennt, klingt immer etwas nach Dantes Inferno, dessen Definition sich aber im Laufe der Jahrhunderte radikal verändert hat. Vom "Ende der bekannten Welt" wurde es zum "Anfang der noch zu entdeckenden Welt", d.h. aus der Unsicherheit wurde Neugierde. Gibraltar bildet in Wirklichkeit einen bemerkenswerten Knotenpunkt für das alte Europa und die noch ältere englische Krone, die jahrelang um die Vorherrschaft auf diesem 6 Quadratkilometer großen Taschentuch kämpfte, das so wichtig für die Kontrolle der Meerenge und den Zugang zum Mittelmeer war. Gibraltar, das heute knapp über 30.000 Einwohner zählt, die alle im florierenden Handel und im Tourismus arbeiten, spürt noch heute den englischen Einfluss. Aber wie in allen Häfen mit hohem Handelsaufkommen zwischen verschiedenen Nationen, die sich alle respektieren, ist die Mehrheit der Bewohner spanisch, neben zahlreichen Personen mit genuesischer, marokkanischer, malteser und arabischer Herkunft. Die offizielle Landessprache ist natürlich Englisch, aber der von den Leuten gesprochene spanische Dialekt ist sehr bunt und seltsam, da er von allen Komponenten der Kultur und Geographie abhängig ist. Diese Vielfalt an Kulturen und Stilrichtungen bezeugt schon allein der Name der Stadt, der aus dem Arabischen stammt. Gibal al Tariq heißt Berg von Tariq und seine Taufe führt zurück ins Jahr 711, zur Epoche der Herrschaft der Sarazenen in Spanien, während die Festungen schon damals arabischer Natur waren. Auf den nach der Zerstörung übrig gebliebenen Resten bauten die Kastilianer eine weitere Festung, die sich Spanier und Araber immer gegenseitig streitig machten, bis 1704 die englische Majestät Gibraltar vor beiden Streithähnen in Schutz nahm, indem sie zuerst ein Admiralsschiff schickte und dann einen Stadthalter, der dort alles verwaltete. Die Beziehungen zwischen Spanien und England waren nicht immer hervorragend. Besonders Franco setzte alles daran, Gibraltar in das eigene Reich einzugliedern; er leistete sich jedoch einen diplomatischen Fehler, als London und Madrid sich gleichzeitig dazu entschlossen, die Frontlinie aufzugeben. Im Jahr 1967 wurde durch eine Volksbefragung bestätigt, dass man weiterhin zu England gehören wollte. Eine strategisch so wichtige Stadt kann natürlich nicht ohne bedeutende Festung auskommen. Die maurische Burg, deren Turm die ganze Stadt dominiert, scheint bereits 750 von den Arabern erbaut worden zu sein. Ihre jetzige Form verbirgt die Einflüsse, die um 1500 entstanden. Seine Mauern sind noch alle gut erhalten. Beeindruckend ist auch die Grotte von Sankt Michael, deren Geometrie eine der spektakulärsten in ganz Europa ist. Zufluchtsort bei Luftangriffen, Krankenhaus und heutiges Theater: dies zeugt von der Faszination, die noch heute von den Grotten und den nahe gelegenen Tunnelgängen ausgeht. Gleichzeitig zeigt ihre Lage nach wie vor, dass Gibraltar immer Angst vor einer Invasion bzw. der Feindschaft der umliegenden Länder hatte.