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Grenada, Antillen

 

Die jüngste Vergangenheit erinnert an die 80er Jahre und an die militärischen Aktionen der Vereinigten Staaten. Doch im Vergleich zu der absoluten Ruhe und Gelassenheit, die man hier heute nach etwas weniger als 20 Jahren atmet, liegt diese Vergangenheit schon recht weit zurück.
In Wirklichkeit ist dieses Ereignis die einzige Erschütterung in einer von Frieden und von Wohlergehen der Bevölkerung geprägten Geschichte: nach der europäischen Entdeckung dieser Insel im Jahre 1498 durch den damals in der Karibik überall präsenten Christoph Kolumbus, widmet sich 1609 die erste der Produktion bestimmte Ansiedlung dem Tabakanbau. Die eher zurückhaltende Mitarbeit der einheimischen Caribs ließen die englischen Kolonisatoren einsehen, dass es wohl besser sei, das Weite zu suchen.
Die europäischen Militärkräfte hatten auch mit dem gewaltsamen Widerstand der Caribs zu rechnen, der 1650 zu einigen dramatischen Episoden führte. Damals begann ein Konflikt, der nicht kriegerisch, aber doch an der Grenze dazu war, und der aus Handelsverträgen und Schiffsblockaden zwischen England und Frankreich bestand. Erst lange Jahre nach der wirtschaftlichen Stabilität der Insel mit ihren reichen Anpflanzungen von Tabak, Kaffee, Kakao und Zucker kam auch die politische: und zwar im Jahre 1877 mit der offiziellen Erklärung Grenadas zur englischen Kronkolonie.
Dieser Status wurde bis 1967 beibehalten, als Grenada ein unabhängiger Staat unter dem britischen Commonwealth wird, um 1974 die absolute Unabhängigkeit zu erreichen.
Noch heute ist Grenada ein Teil des Britisch Commonwealth. Die Kultur der Insel ist eine kunterbunte Mischung von britischen Traditionen, afrikanischer Kultur, indianischen Wurzeln, französischen Einflüssen und amerikanischen Moden. Die Mehrheit der Bevölkerung ist katholisch, doch auch Anglikaner, Protestanten, Baptisten, Mormonen und Lutheraner sind vertreten.
Die gleiche Mannigfaltigkeit verrät die Sprache, die auf der Insel gesprochen wird. Sie besteht aus französischen Worten und englischer Aussprache, die für Normalsterbliche unverständlich ist. Der Dialekt ist eine noch extremere Version des "Patois", der kreolischen Mischsprache. Die offizielle Landessprache ist jedenfalls Englisch, das alle gut, aber nicht besonders gerne sprechen.
Ein weiterer fundamentaler Aspekt der hiesigen Kultur ist die Folk-Kunst, die hier "Carriacou" genannt wird. Der Maler Canute Caliste ist mit Sicherheit ihr bekanntester Vertreter. Caliste bemalt Stoffe, Mauern, Flaschen, Bilder, Boote und was sonst noch wert sein könnte, dekoriert zu werden. Seine Kunstwerke sind bunte Kompositionen, die irgendwie an Fahnen erinnern. Dieser Stil durchzieht die ganze Insel: ohne Schwierigkeit findet man überall "Carriacou"-Kompositionen. Die schönste Blüte dieser Kunst, die sich in der Bemalung der Boote erschöpft wird allerdings immer seltener.