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Invergordon, Schottland

Einfache Quizfrage… welcher ist der häufigste Familienname der Gegend von Invergordon? Natürlich Gordon, ebenso wie der Gin, wie die lokalen Schnapsbrennereien, wie eine wenig bekannte, aber von Kennern hochgeschätzte Whisky-Marke, wie 75% der Familien, die hier wohnen und mit schlecht verhülltem Stolz die Familienfarben tragen. Die selben Farben, die Hemden, Kilts und Fahnen schmücken; ein dunkler Farbton, mattes Blau und Grün mit einem dünnen gelben Streifen in dem Netz der charakteristischen Karostoffe: "Das Blau des Meeres - sagen die Gordons - das Grün der Hügel und das leuchtende Gelb des wenigen Sonnenlichts, das man hier im Winter sieht". Die Gordons sind hier mehr als eine Institution, sie haben sogar die Stadt gegründet, die natürlich deren Namen erhalten hat. Ursprünglich war der Küstenort, der ungefähr eine halbe Stunde von dem als Hauptstadt dieser Region der Highlands bekannten Inverness entfernt ist, wenig mehr als ein Fischerdorf, das in den Annalen unter dem Namen Inverbreakie erscheint: die Entstehung der Stadt fand eindeutig in jüngerer Zeit statt. Ihr Gründer war Sir William Gordon of Embo: er erwarb das alte Schloss, kostbarstes Stück der wenigen zu Beginn des 18. Jahrhunderts in dieser Gegend vorhandenen Anwesen. Sir William Gordon beschloss, sich in diesen Teil der Highlands zurückzuziehen, den er sehr liebte, weil er hier seinen zwei Lieblingsbeschäftigungen nachgehen konnte: der Jagd und dem Fischfang. Mit Hilfe eines gewissen Vermögens brachte Gordon zuerst sein Schloss in Ordnung, später ging er zum Park über und dann begann er, die Baupläne des Städtchens und des Hafens zu finanzieren. Im Jahr 1828 wurde der erste kleine Meereshafen eingeweiht: bei dieser Gelegenheit wurde auch der Name der Stadt endgültig geändert, die seit diesem Tag nicht mehr Inverbreakie, sondern Invergordon heißt. Die Stadt wuchs ohne größere Traumata an. Ihr Wachstum stützte sich vor allem auf den Wohlstand der Familie Gordon und ihrer Nachfolger und erfolgte bis 1900 auf der Grundlage von Landwirtschaft, Fischfang und kleinen Handelsgeschäften. Dann erlebte der Hafen einen plötzlichen, unvorhergesehenen Aufschwung, der mit dem Transport von Mineralien und Holz einher ging. Ein beispielloses Wachstum führte schließlich dazu, dass er vor Beginn des zweiten Weltkrieges einer der wichtigsten Häfen ganz Großbritanniens war. Aber durch seine strategische Lage, von der Küste eingeschlossen und abgeschirmt, aber auch von den Buchten der Trichtermündung des Cromarty Firth geschützt, stieß er vor allem auf das Interesse der Kriegsmarine. Invergordon wurde zum wichtigsten militärischen Stützpunkt der Royal Navy und der R.A.F. Von hier starteten vor allem in der zweiten Hälfte des Krieges die britischen Geschwader zum Bombardement der nazistischen Kriegsquartiere. Nachdem der Militärstützpunkt enthüllt und im Jahr 1956 definitiv geschlossen wurde, erweckte Invergordon die Aufmerksamkeit der Erdölgesellschaften, die in Anbetracht der Erdölförderung im Nordmeer beschlossen, hier ihr logistisches Hauptquartier zu gründen. Invergordon, typisches Städtchen der schottischen Highlands, ist seinen Traditionen und Denkmälern sehr verbunden: zu den Sehenswürdigkeiten gehören das im 15. Jahrhundert erbaute und in den nachfolgenden Jahrhunderten vergrößerte Balnagown Castle, das nach seiner Besetzung durch den berüchtigten Ross-Clan in Ungnade fiel. Im Jahr 1973 erwarb es der heftig umstrittene ägyptische Geschäftsmann Mohammed Al Fayed, Vater des Verlobten von Lady Diana, der vor ein paar Jahren in dem bewussten Verkehrsunfall in Paris ums Leben kam. Balnagown wurde vollständig restauriert und ist heute eines der bemerkenswertesten Schlösser ganz Großbritanniens. Nicht weit von Invergordon entfernt liegt das berühmte Dorf Evanton, Wohnsitz des Ross-Clans und Standort des Fyrish Monument. Ungefähr zwanzig Kilometer entfernt hingegen finden wir Tain, einstiger Königssitz und mittelalterlicher Ort. Es war eines der beliebtesten Pilgerziele des alten Schottlands, als Generationen katholischer Könige gewohnheitsgemäß mehrmals hierher kamen, um Abgeschiedenheit und Gebet zu suchen. Den Rekord hinsichtlich der Anzahl der Besuche erreichte James IV., der achtzehn Mal kam, um den Schutz Schottlands und der Schotten zu erbitten. Invergordon ist entschieden einer der schönsten Naturhäfen Großbritanniens, und durch den Verlauf des Cromarty Firth ist er auch eine der bevorzugten Eingangspforten zu der zauberhaften Welt der Scottish Highlands, wenige Schritte von den Mysterien des Loch Ness, von den Schlachtfeldern von Stirling und Culloden, aber auch von den herrlichen und charakteristischen Stränden entfernt. Ein weiterer wichtiger Bezugspunkt dieser Gegend Schottlands ist die Ord Distillery, die seit fünf Jahrhunderten einen der für dieses Gebiet typischsten Whiskeys erzeugt, den Glen Ord mit einer Reifezeit von zwölf Jahren, nicht nur Stolz seiner Hersteller, sondern der ganzen Region.