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Marmaris, Türkei

Wenn es nicht im Herzen des warmen Mittelmeers liegen würde, könnte man an Norwegen und seine charakteristischen Fjorde denken, so sehr erinnert die Bucht von Marmaris an die Atmosphäre der nordischen Gefilde. "Den von Gott gesegneten Ort" nannte man es zu Zeiten der Antike: und wenn man die herrliche Umgebung der Stadt und ihren Hafen betrachtet, kann man damit nur übereinstimmen. Marmaris weist tatsächlich tausend Aspekte auf, um als außergewöhnliche Stadt erinnert zu werden. Es bildet die Grenze zwischen der Ägäis und dem Mittelmeerraum: eine glückliche klimatische Kombination, die dieser Ecke der Türkei ein sehr angenehmes und auch in der kalten Jahreszeit mildes Klima schenkt, warm aber im Sommer auch ventiliert. Vervollständigt wird das Bild durch die Schönheit der Natur, die auf Inseln, in Buchten und an Stränden wunderbare Reste antiker Kulturen wie Theater, Tempel, Kirchen und Schlösser birgt. Hier, in dieser verzauberten Bucht zwischen dem Golf von Kerme und der Insel der Kleopatra, Bucht von Fethiye genannt, gründete einer der noch immer vom Volke verehrten Sultane, Süleyman der Herrliche, sein Hauptquartier, von dem er zur Eroberung von Rhodos aufbrechen wollte. Süleyman pflegte zu sagen, dass die Größe seines Imperiums in Marmaris begann. In gewisser Hinsicht hat sich das Leben hier gegenüber früher nicht verändert; der alte Ortskern, in dem man vor allem vom Kunsthandwerk lebt, zieht sich um das Leben und die Arbeit der kleinen Werften herum. Hier sind zum Beispiel die Meister der Axt nie ausgestorben, die über großes handwerkliches Können verfügen und in der Lage sind, ausgezeichnete Boote ausschließlich mit Tischlerwerkzeug herzustellen. Wahrscheinlich ist es gerade hier, wo dieser Beruf fortlebt, während er in vielen anderen Ländern allmählich verschwindet. Der schönste und faszinierendste der kleinen Häfen ist sicher der Hafen der Zimmerer, Bozburun, den gemäß den Legenden der Sultan Süleyman erbauen ließ, um hier seine Flotte zu reparieren. Um einiges älter ist der kleine römische Hafen der Antike, Cnido, ein touristisches Zentrum in der Nähe von Marmaris, und ebenso faszinierend ist zweifelsohne Datça, dem jemand den Namen " Saint Tropez der türkischen Küste" verliehen hat: ein treffender Vergleich, auch wenn das Städtchen sicher nicht dessen betrübliche Exklusivität aufweist: im Gegenteil ... hier ist Alles für Alle zugänglich. Vor ein paar Jahren hat die türkische Regierung beschlossen, mit Gewalt die Bauvorhaben durchzusetzen, mit denen vor einigen Jahren begonnen worden war und durch die die Gefahr bestand, dieses einzigartige Paradies definitiv zu beeinträchtigen. Die Geschichte von Marmaris ist uralt: seine Gründung reicht bis in das Jahr 3400 v.Chr. zurück, seine ersten Einwohner wurden "Karier" genannt. Erstmalig erwähnt wurde es von dem griechischen Historiker Herodon, der Marmaris in seinen Aufzeichnungen als "grünes Paradies voller Pinien und Düfte" beschreibt. Die nachfolgenden Vorherrschaften der Ägypter, Griechen, Syrier, Römer, Byzantiner und Türken haben den eigentlichen Charakter dieser Stadt nicht nachhaltig verändert. Seitdem ist Marmaris zu einer Art "buen ritiro" für die türkischen VIP's jeder Art und Position geworden. Monarchen, Imperatoren, Herrscher, religiöse und politische Anführer entspannen sich hier seit Jahrhunderten in einer Atmosphäre von Erholung und Entspannung. Zu all dem kommt ein wirklich außergewöhnliches und reichhaltiges archäologisches Vermögen noch hinzu. Zu seinen künstlerisch wertvollsten Orten gehört sicher das Schloss: von Süleyman dem Herrlichen bei seiner Abfahrt nach Rhodos in Auftrag gegeben, sollte das Schloss ursprünglich vergrößert und erweitert werden. Süleyman, der mit der Arbeit seiner Architekten jedoch nicht zufrieden war, veranlasste bei seiner Ankunft eine weitere Erweiterung, die nach allen Regeln der Kunst erfolgte und das Schloss zu einem der architektonisch bedeutendsten Bauwerke des ganzen Mittelmeerraums machte. In seinem Inneren befinden sich sieben Galerien, eine Art Kunstmuseum mit Funden von größter Wichtigkeit und die Privatsammlung von Kenan Evren, dem siebten Präsidenten der Türkei. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die in einer Moschee gelegene Grabstätte von Sariana: sie enthält die Gebeine eines Propheten, dem Süleyman sehr ergeben war. Erwähnung verdienen zweifelsohne auch die Tempelruine von Psyche und der im Jahr 1545 erbaute Kervansaray, der heute ein herrlicher Bazar ist.