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Messina, Italien

Wie für fast alle Städte Siziliens, so ist auch die Entstehungsgeschichte Messinas sehr ungewiss, aber auch sehr antik. Sichere Hinweise führen zurück bis auf Zancle. Dies war die erste Bezeichnung für diese Stadt. Es war Zanclon, dessen Figur von Mythen und Sagen umgeben ist, der die Stadt so taufte. Der erste Kernpunkt seiner Geschichte wurde jedoch sicherlich von den Phöniziern geschrieben, die aus ihr eine ihrer blühendsten Handelspunkte machten. Von Cuma und Eubea kamen dann die ersten griechischen Kolonialherren. Die strategische Position Messinas war schon immer für alle geschichtlichen Völker, die damals den Mittelmeerraum beherrschten, von großem Interesse. Die Syrakuser und die Kathager machten aus ihr ein militärisches Zentrum von fester Bedeutung. Dies wurde dann von den Römern übernommen, deren Einbruch den ersten punischen Krieg auslöste. Die Politik, die oft von lokalen Tyrannen gemacht wurde, beeinflussten dann die Barbaren, die Araber und die Normannen, die um das Jahr 1000 herum die Stadt von den Moslems befreiten. Gerade durch die Normannen und die Schwaben lernte Messina einen Zeitraum die Pracht und großer und intensiver Handelsaktivitäten kennen, durch den der Basisgrundriss für die heutige moderne Stadt entstanden ist. Die Herrschaft der Normannen dauerte bis zur Ankunft der Anjouaner, gefolgt von den Aragonern in einem ständigen Herrschaftswechsel, bis im Jahr 1400 Messina dann in Sizilien integriert wurde, um von da an die dramatischen und geschichtlichen Vorkommnisse dort mitzuerleben. Diese bringen bis heute einen ständigen Wechsel der verschiedensten Arten und Ordnungen politischer Vorherrschaft mit sich. Dramatisch waren nach der bourbonischen Vorherrschaft die Volksaufstände von 1821 und 1847, die in einem Blutbad endeten. 1848 wurde die Stadt von den Bourbonen dem Erdboden gleich gemacht, welche die revolutionären Aufstände für Freiheit und Autonomie, die in ganz Italien umgingen, nicht verzeihen konnten. Auf die Knie gezwungen wurde Messina dann schließlich von Garibaldi befreit, doch das traurigste Kapitel ihrer Geschichte musste die Stadt Messina erst noch kennenlernen. 1908 wurde die Stadt von einem katastrophalen Erdbeben heimgesucht und fast komplett zerstört. Aber auch nach dieser Zerstörung stellt sich Messina wieder auf die Füße, jedoch danach folgt eine weitere Katastrophe, die diesmal menschlicher Natur war. Im Zweiten Weltkrieg wird es dann durch Kanonen und Bomben erneut zerstört und vom antiken Messina bleibt so gut wie nichts übrig. Das Archiv von Messina erinnert uns immer an die Größe und den Stolz einer Stadt, die sich niemals geschlagen gegeben hat. Vielleicht liegt es auch an dieser, für das kulturell wertvolle Erbe zerstörerischen Vergangenheit, dass die Einwohner heute alles geschichtlich überlieferte und erhaltene ihrer Stadt schützen und erhalten. Unter den beliebtesten Monumenten befindet sich sicherlich der Dom, der nach Historikern bis auf die Epoche von Giustiniano und Papst Bonifazius II zurückzuführen ist. Von Erdbeben, Feuern, vielen Kriegen und Revolutionen zerstört, womit die Stadt in Schutt und Asche gelegt wurde, zeigt dieser Bau doch sehr gut die Mentalität Messinas. Diese Mentalität äußert sich darin, dass die Einwohner nach Zerstörung immer wieder den Ehrgeiz zeigten, alles mit noch größerer künstlerischer Passion und Reichtum als vorher wiederherzustellen. Die letzte Rekonstruktion führt auf das Jahr 1923 zurück, als die ganze Stadt von einem Erdbeben dem Erdboden gleich gemacht wurde: es handelt sich hierbei um das wohl schönste Beispiel normannischer Kunst in Sizilien. Genauso beeindruckend ist das Theater Victorio Emanueles, das auch mehrfach schon restauriert werden musste. Wirkungsvoll ist auch der Berg der Barmherzigkeit, der im Jahr 1530 von der adeligen Bruderschaft von San Basilico konstruiert wurde, mit der Intention, den konvertierten Frauen sowie zu Tode Verurteilten beizustehen und Trost zu geben. Die Bewohner Messinas sind der Madonna treu ergeben und alle nennen sie nur die weiße Dame. Dieser Name ist auf eine Belagerung der Franzosen zurückzuführen. Damals erschien eine mysteriöse, ganz in weiß gekleidete Frau, welche die Mauern der Stadt verteidigte, indem Sie ein weißes Tuch darüber legte und somit die Mauern unzerstörbar und unangreifbar waren. Nach der Legende hat es sich dabei um die Jungfrau Maria (Madonna) gehandelt, die die Gebete der Nation erhört hat. Der Madonna ist die Wallfahrtskapelle von Santa Maria dell'Alto gewidmet, der schon Königin Kostanze, König Ferdinand, Königin Maria Cristina von Savoia, König Vittorio Emanuele und Papst Johannes Paul II Treue geschworen haben. Die Kapelle ist ein fundamentaler Bestandteil der Verehrung der Bewohner für die Madonna und Ziel vieler Wallfahrten.