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Odessa, Ukraine

Odessa ist eine Stadt mit zwei Gesichtern. Das eine zeigt sich modern und ist auf die ukrainische See- und Handelswirtschaft ausgerichtet. Gleichzeitig bewahrt sie jedoch die in der Vergangenheit verwurzelten Traditionen. Sie wird als "Perle des Schwarzen Meeres" definiert und ihre gesamte Aktivität war schon immer auf den Hafen ausgerichtet, der schon für die Griechen, die sie entdeckten und zu einer der florierendsten Kolonien des eigenen Imperiums machten, sowohl unter Handels- als auch unter militärischen Gesichtspunkten eine fundamentale Bedeutung hatte. Odessa war für die Bevölkerung aus dem Hinterland der natürliche Zugang zum Meer und zum Handelsverkehr. Wegen dieser zweifachen Bedeutung war die Stadt immer von großem Interesse: Nach den Mongoleneinfällen und der stabileren Vorherrschaft der Litauer, Polen und Türken, annektierte Russland sie 1791. Nur drei Jahre später legte Katharina die Große die Grundlagen für den Handelshafen, der noch heute, wenn auch stark ausgebaut, diese Strukturen aufweist. Odessa wurde zum Angelpunkt der russisch-französischen Freundschaft, so dass, nachdem sie zur Hauptstadt des "Neuen Russlands" Anfang des 19. Jahrhunderts ernannt wurde, Graf Richelieu von Alexander I. zu ihrem Bürgermeister ernannt wurde, der sie dann in eine europäische Hauptstadt verwandelte. Odessa wurde zu einem blühenden Kulturzentrum mit vielen Theatern und Kulturzirkeln. Es war die erste europäische Stadt mit elektrischer Beleuchtung. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts, nach der plötzlichen Rückkehr des gräflichen Bürgermeisters nach Frankreich, begann eine Periode der Rückentwicklung für die gesamte Stadt, die in der Geburt der marxistischen Theorien gipfelte, die in Odessa auf fruchtbaren Boden fielen. Hier ereignete sich auch eines der grundlegenden Kapitel in der modernen Geschichte, das auch später verfilmt wurde, die Meuterei auf dem Panzerkreuzer Potemkin. Nach Hungersnot und Bürgerkrieg, Belagerung und Eroberung der deutschen Truppen im zweiten Weltkrieg, ist Odessa heute ein wichtiges Touristenzentrum, das noch von den Industrieanlagen lebt, welche die Russen von der Nachkriegszeit bis Ende der achtziger Jahre angelegt haben. Der italienische Architekt Boffo hat maßgeblich an der Neugestaltung des urbanen Bilds mitgewirkt. Er hat die Potemkintreppe und den Vorontsovpalast, der während des zweiten Weltkriegs zerstört worden war und dann getreu dem Stil von Boffo wiederaufgebaut wurde, entworfen. Die Oper von Odessa ist eine der bekanntesten und anerkanntesten Europas. Von Richelieu ins Leben gerufen, folgt sie treu dem Wiener Opernstil. Das Theater ist trotz der derzeitigen Wirtschaftskrise, von der ganz Russland betroffen ist, der Nationalstolz des Landes. Unterstützt von den reichsten Familien, ist es ein wahres Werk des Mäzenatentums, das die außergewöhnlichsten Talente der Musik und des klassischen und modernen Tanzes engagiert. Auch das Archäologische Museum wurde von Boffo im klassisch griechischen Stil entworfen und beherbergt eine umfassende Sammlung antiker ägyptischer Fundstücke. Die Kathedrale Upensky ist eine der wenigen noch übrig gebliebenen katholischen Kirchen. Sie wurde im byzantinisch-russischen Stil erbaut und hat fünf Kuppeln und einen 47 Meter hohen Glockenturm. Besonders eindrucksvoll ist der Besuch der Katakomben, die sich über 800 Kilometer unterhalb der Stadt erstrecken. Sehr weitläufig und innovativ ist der Shevchenko-Park, in dem sich Strand, Stadion, Theater und die Festung von Odessa befinden, die 1793 originalgetreu nachgebildet wurde. Der Kaviar von Odessa (der mit Schwarzbrot serviert wird), Salzgebäck und phantasievolle Salate sind besonders köstlich, auch wenn die Russen und insbesondere die Ukrainer am liebsten Gemüsesuppe essen. Die traditionelle ist Okroshka und wird mit Gurken, Radieschen, Tomaten und geräucherten Fleischstücken zubereitet. Eine Spezialität der Stadt ist das Eis, mit dem jedes Essen begleitet und von dem klassischen gefrorenen Wodka obligatorisch beendet wird.