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Patmos, Griechenland

Patmos und Leros sind die beiden Schmuckstücke einer Insel im Archipel des Dodekanes. Mit ihren Kirchen und Klostern sagt man ihr auch einen Hauch von Asketentum nach. Das vom internationalen Jet-set frequentierte Patmos ist auch als "Jerusalem der Ägäis" bekannt. Die Insel bietet dem Besucher ein Meer von atemberaubenden Farben, zauberhaften Buchten und Einbuchtungen mit von zerklüfteten Felsen umrahmten Sandstränden. Leros, das in der Mythologie der Wohnsitz der Jagdgöttin Artemis ist, wird dagegen von dem franko-byzantinischen Schloss beherrscht. Sie ist ein wahres Naturparadies, charakterisiert durch grüne Hügel, zerklüftete Küsten mit tiefen Golfen und ruhigen Buchten. Patmos hat sich mit seiner Geschichte den Rufnamen "heilige Insel" verdient. Es ist die am nördlichsten gelegene Insel des Dodekanes. Patmos ist wirklich sehr klein. Auf nur 34 Quadratkilometern Fläche leben nicht mehr als 2.500 Personen. Auf der Landkarte scheint es sich sogar um zwei Inseln zu handeln. Zwei Siedlungen, die miteinander durch einen kleinen Streifen Land verbunden sind. Die zwei Hauptorte sind Chòra und Skàla, während die beiden anderen Gebiete, Grikos im Süden und Kàmbos im Norden nur spärlich bewohnt sind. Die Geschichte von Patmos ist vor allem reich an Legenden, denn von seiner Evolution existieren nur wenige wirklich sichere Elemente: der Mythologie zu Folge hat Orestes hier Zuflucht gefunden, als er von den Erinnyen, den furchtbaren Furien, verfolgt wurde. Nachdem sie sich die Herrschaft über den gesamten Archipel gesichert hatten, beschlossen die Römer, aus der Insel einen Verbannungsort zu machen. Hier landeten die ersten politisch Verfolgten des Imperiums, und vor allem die ersten Katholiken, die aus Rom verstoßen und hierher verbannt wurden. Es ist auch der Ort, an den im Jahr 95 n. Chr. der Apostel Johannes gebracht wurde. Hier hatte er angeblich auch die Visionen, die die Grundlage zur Verfassung der Apokalypse bildeten. Johannes lebte und starb in einer noch existierenden Grotte, die heute Ziel von Pilgerreisen ist. Nach der Herrschaft der Römer lebte die Insel mehrere Jahrhunderte unter dem Joch der Piraten, die es häufigen Razzien unterwarfen. 1088 kam der Mönch Christodoulos Latrinòs aus Leros hierher, um ein Kloster zu Ehren des Heiligen Johannes zu gründen. Im "Katholikòn" des Klosters kann man die drei Goldsiegel sehen, durch die der Imperator Alexis I. Komneno die Insel an Christodoulos verschenkte und ihn wirtschaftlich bei der weiteren Erweiterung seines religiösen Dienstes unterstützte und die Insel von jeglicher Steuerpflicht befreite. Die Insel erlebte ihre Blütezeit und sammelte durch den Handel mittels ihrer starken Flotte enorme Reichtümer. Im Jahr 1207 wurde sie durch den Fürsten von Naxos annektiert und geriet unter venezianische Herrschaft. Die ottomanische Besatzung begann viel später, und zwar im Jahre 1537. Die Insel blieb immer abwechselnd unter venezianischem, griechischem und türkischem Einfluss. Vom venezianischen Dogen Morosini befreit, der hier die berühmte "Scuola Patmias" gründete, wurde sie 1821 erneut von den Türken besetzt und zurückerobert, die sie bis 1912 beherrschten. Der Anlaufpunkt von Patmos ist der unter dem 3 km entfernten Hauptort Chòra befindliche Hafen von Skàla. Skàla bietet mit seinen weißen Häusern, Höfen und Balkons voller Grün und seiner Lage seitlich eines flachen Hügels ein angenehmes Panorama. Auf der Anhöhe des Hügels findet man die Ruinen der im 4. Jahrhundert n. Chr. errichteten Festung. Der Hauptort Chòra wurde um die Mauern des mächtigen Schlosses auf dem Gipfel des Berges, der das Kloster Ag. Ioannis (Johannes) beschützt, errichtet. Chòra ist ein sehr schönes Städtchen mit leuchtend weißen Häusern an engen Straßen. Sehr reizvoll sind die Herrschaftshäuser und die Häuser der Seekapitäne, die an den steileren Stellen erbaut wurden. Das Kloster ist das bedeutendste Bauwerk der Insel und beherrscht mit seiner dunklen Masse das gesamte Gebiet. Dieses in byzantinischem Stil geschaffene Gebäude ist von einer mächtigen Schutzmauer umgeben. In seinem Inneren finden wir das "Katholikòn" und die fünf Kapellen, von denen eine die Gebeine von Ossios Christòdoulos, dem Begründer des Klosters, enthält. Der Hauptaltar ist eine kreuzförmige Kirche mit Kuppel und wunderbaren Ikonen sowie Fresken. Neben dem Hauptaltar findet man den Klosterschatz mit vielen Heiligenreliquien, heiligen Gegenständen und Votivgaben großen Wertes. Zwischen Skàla und Chòra liegt die berühmte Grotte "Spileon tis Apokalipsis", in der der Heilige Johannes lebte und wo er seinem Schüler Pròchoros die Texte der Apokalypse diktierte. In der Grotte befindet sich die an Aghia Anna gewidmete Kapelle. Ungefähr 4 km südlich von Chòra finden wir das spärlich bewohnte Dorf, wo die schöne Kirche Ag. Ioànnis Theologos steht.